Rosic und König im Interview mit den Ruhr Nachrichten
"Gesunde Rivalität" gegen Münster
Wie hoch ist das Fieber vor der Partie?
König: Es wird ein Basketball-Fest. Wir haben in der vergangenen Saison schon einmal in Dorsten eine Meisterfeier platzen lassen. Jetzt wollen wir auch Münster ärgern. Die Unterstützung unserer Fans ist dabei sehr wichtig.
Wie muss Ihr Team auftreten, um die UBC-Siegesserie zu stoppen, Herr Rosic?
Rosic: Wir haben alles getan, was uns möglich war, um auf das Spiel vorbereitet zu sein, haben Münster beobachtet und Sonderschichten eingelegt. Die Jungs sind motiviert, es ist auch für sie ein Highlight. Sie müssen vor allem die Nervosität in den Griff bekommen.
Im Vorjahr gab es wegen der "Ausländer-Politik" des TV Sticheleien von Münsters Trainer. Hängt das noch nach?
Rosic: Nicht konkret, denn das ist ein anderes Spiel. Ich würde es aber nie wagen, andere von außen zu kritisieren. Die Konkurrenz mit Münster beschränkt sich für mich auf die 40 Minuten. Denn beide Vereine arbeiten für eine gemeinsame Sache: den Basketball-Sport nach vorne zu bringen.
König: Das war damals unverständlich und respektlos. Doch es gibt eine gesunde Rivalität, nicht mehr. Ich würde mir sogar wünschen, dass Münster mit seinen Möglichkeiten in der Pro-A-Liga spielt.
Was spricht für das Werner Konzept, auf Leistungsträger aus dem Ausland zu setzen?
König: Wir sind eine Kleinstadt, in der es einfach nicht das natürliche Potenzial für Basketball auf diesem Niveau gibt. Deshalb müssen wir es auf diese Art und Weise machen. Das Interesse für diese Liga wäre außerdem ein anderes, wenn es diese Spieler nicht gäbe.
Rosic: Es gibt für uns ohnehin keine "ausländischen" oder "deutsche" Spieler, sondern nur zwölf Basketballer, die das Ziel haben, für die Fans ihr Bestes zu geben. Die Spieler von außen sollen helfen, dass sich die Qualität der heimischen Leute langfristig verbessert. Sie bringen viel Trainingsintensität und Führungsstärke mit ein. Deshalb kann ich die Kritik, die häufig kommt, nicht nachvollziehen.
Wie und wann kann der Weg des TV Werne BB noch weiter nach oben führen?
Rosic: Wir dürfen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Was wir vorhaben braucht zwei bis drei Jahre Zeit. Ich habe als Spieler miterlebt, worauf es in der Regionalliga ankommt. Man braucht ein funktionierendes Team im Hintergrund. Sportlich hätten wir vielleicht die Reife für eine höhere Klasse, aber alles andere ist erst bei 30 bis 40 Prozent.
König: Wir arbeiten prozess- statt ergebnisorientiert. Das heißt: Der Rahmen ist noch nicht da, um eine Liga höher sicher bestehen zu können. Es wird sich aber entwickeln.
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Veröffentlichung
am 23.01.2009 um 12:55 Uhr
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