"Wir sind ein Team. Stars gibt es keine!"
Jens Langos voller Vorfreude auf das Spitzenspiel in Hagen-Haspe
Drei Wochen dauerte die Herbstpause. Drei Wochen, in denen Trainer Ivan Rosic mit seiner Mannschaft diszipliniert auf die Partie am Samstag (19.30 Uhr, Kölner Straße) hingearbeitet hat.
Einsatz, Disziplin, Arbeit - drei Schlüssel, die für den 26-Jährigen die Tür zu einer passablen Sportlerkarriere geöffnet haben. Jens Langos ist als Brettcenter kein Filigrantechniker. Er ackert unter dem Korb, teilt kräftig aus und steckt ebenso ein. "Es kann nicht nur Schönspieler geben", sagt er - und kann das momentan gut vermitteln. Denn sein Wort gilt etwas innerhalb der Mannschaft und des Vereins. 14 Jahre spielt er jetzt Basketball. Einzig ein kurzes Intermezzo bei Citybasket Recklinghausen in der Hinrunde 2007/08 trennte ihn von seinem Heimatverein.
Mit der Rückkehr an die Horne stieg sein Wert: Er ist verlängerter Arm des Trainers auf dem Feld, im Vorstand tätig, Trainer der männlichen U18-Jugend. "Wir haben in unserem Nachwuchs hoffnungsvolle Talente. Aber ohne Arbeit werden die nichts erreichen", sagt Langos.
Auch in der ersten Mannschaft befinden sich viele junge Talente: Lukas Mersch ist gerade 15 Jahre jung, Elias Schulze Kalthoff ist 17, Fred Meinert 18, Marc Lüttecke 19 Jahre alt. Der Rest bewegt sich bei 20 oder gerade knapp darüber - Jens Langos ist mit seinen 26 Jahren der älteste. "In dieser Position will ich den jungen Spielern helfen, meine Erfahrungen einbringen", sagt er, und natürlich auch: "Ich will ihnen zeigen, dass sie mit Arbeit viel erreichen können. Ich bin auch in der zweiten Mannschaft angefangen." Hintergrund: Aus der aktuellen Mannschaft hat - bis auf Jakob Stachula - von den Zugängen aus der Region keiner Regionalliga-Erfahrung.
Nur mit Eigengewächsen in dieser Liga zu bestehen, ist reine Utopie - weiß auch Jens Langos. Was in der vergangenen Saison für Aufsehen in der Liga sorgte, kann aber auch er nicht nachvollziehen. 17 oder 18 Zu- und Abgänge auf den Schlüsselpositionen eins, drei und fünf - das waren für ihn zu viele. "Wir haben das in Recklinghausen mit einem Grinsen aufgenommen. Das war schon komisch, da war jede Woche etwas Neues."
Alles Schnee von gestern. Er kam zum TV Werne zurück, weil der zeitliche Aufwand für Recklinghausen einfach zu groß war: "Ich war oft erst gegen halb Zwölf zuhause, musste um fünf Uhr wieder aufstehen." Nach seiner Rückkehr war seine Meinung gefragt - auch, was die Besetzung der aktuellen Mannschaft betrifft.
"Das ist jetzt nicht mehr so spektakulär wie im letzten Jahr, aber ehrlicher und guter Sport", sagt Langos und lobt vor allem den Teamgeist: "Wir sind wirklich ein Team, in dem auch so geredet und gedacht wird. Keiner ist hier der Star."
Mit den US-Amerikanern Tramaine Aaron, Matt Goldsmith und Trevor Wittwer habe man den richtigen Fang gemacht. Die Jungs fühlen sich wohl in Werne, müssen sich tagsüber in ihren Berufspraktika beweisen. Was sie Sim-Jü erwartet, wissen sie auch schon. "Matts Bruder hat sich sogar angekündigt", sagt Langos. Alles noch ferne Zukunft.
Der Blick richtet sich derzeit nur auf diesen Samstag: Da wollen sie auf der Rückfahrt feiern - mit den Fans im eigens gecharterten Bus. Denn an der Kölner Straße werden die Werner fast ein Heimspiel haben. Man hat sich viele Symphatien zurück erobert beim Werner Publikum - mit Einsatz, Disziplin und Arbeit.
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Veröffentlichung
am 17.10.2008 um 17:00 Uhr
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