TV Werne - UBC Münster 85:73 (31:34)
Der TV Werne gewinnt das Derby gegen Münster mit 85:73
Das hat es lange nicht mehr gegeben in der Ballspielhalle: Noch Minuten nach Spielschluss drängten sich jugendliche Fans um den US-Amerikaner Jamal Ward, wollten Autogramme oder ein Bild mit dem Fotohandy. Nicht zuletzt die höchst attraktive Offensivshow des 28-Jährigen aus Michigan hatte die 450 Zuschauer - ausgenommen jene aus Münster - begeistert. Und mit 30 Punkten hatte Ward am späten Samstag den Löwenanteil am unerwartet klaren 85:73-Erfolg des TV Werne im Regionalliga-Derby gegen den UBC.
Aber so sind in der Regel die Wahrnehmungen im Sport: Während der Shooter gefeiert wurde, blieb Defensiv-Abräumer Chris Powell weitestgehend unbehelligt. Dabei hatte nicht nur der 26- Jährige, aus Honolulu gekommen, für seinen Landsmann in der Verteidigung mitarbeiten müssen. Denn das ist Wards Sache überhaupt nicht, zumal er - früh mit drei Fouls belastet (14.) - allen Gefahren aus dem Weg ging. "Wir haben nur mit vier Mann verteidigt", meinte auch Trainer Volker Kaiser. Der musste sich in der Arbeit vor und unter dem eigenen Korb neben Powell vor allem auf Ivan Rosic, Zvonimir Peric und - geadelt mit Extralob von Kaiser - David Niehüser verlassen.
Das erste Heimspiel der neuen Saison eröffneten die Werner ungemein nervös. Es entwickelte sich bis zur Halbzeitpause eine sehr hektische Partie, in der vor allem U20-Neuzugang Zvonimir Peric und Routinier Ivan Rosic in dem Bemühen, alles richtig zu machen, vieles falsch machten. Münster (mit den ehemaligen TVlern Cozzo und Henke in der Starting Five) spielte eine knallharte Defensive mit hoher Rotation - lief damit keine Gefahr, früh Foulprobleme zu bekommen.
Die Gastgeber kamen daher selten zu einem konstruktiven Aufbau, hatten hohe Verluste im Ballvortrag. Doch auch Münster nutzte das nicht entscheidend, denn hier griff die Werner Defensive. Rosic schaltete Cozzo aus, Henke sah ebenso selten Land wie Arnts, sein Kollege im Aufbau. Und Marek Bienkowski, dritter ehemaliger Werner im Team? "Er fand irgendwie gar nicht statt", bemerkte TV-Trainer Kaiser später. So lagen die Werner zur Halbzeit nur mit 31:34 zurück.
In der großen Pause muss Kaiser die passenden Worte gefunden haben. "Wir haben die erste Halbzeit in Ruhe besprochen und versucht, mehr Linie in das Spiel zu bringen, vor allem cool im Kopf zu bleiben", sagte der Trainer, denn: "Solche Spiele gewinnst du erst in den letzten drei, fünf Minuten. Die Freiwürfe sind dann entscheidend."
So war's am Ende auch. Doch vorher legten die Gastgeber den Grundstein mit einem bärenstarken dritten Viertel. Kaum begannen die Gastgeber wirklich miteinander zu spielen, half den Münsteranern auch die beinharte Verteidigung nicht weiter. Mit einem 13:0-Run in knapp vier Minuten (u.a. mit zwei Dreiern des inzwischen souverän aufspielenden Peric) gingen die Werner mit 44:34 in Führung. Erst Christoph Henke setzte dem Lauf mit einem Dreier ein Ende. 23:10 lautete die Viertelbilanz zu Gunsten der Werner.
Längst hatte sich ein packendes Derby entwickelt, in dem die Gastgeber weiter die Führung behielten - und die Nerven. Die taktischen Fouls des UBC beantworteten Ward und Peric mit Treffern von der Linie aus.
Zu guter Letzt gab's ein Zuckerl für die Fans. Ballgewinn von Rosic, und Jamal Ward tat das, was US-Basketballer besonders gerne tun: den Ball mit Wucht in die Reuse stopfen. Schönen Dunk dafür.
TV Werne: Meinert, Rosic (2), Schulze Pals (13), Wiedey (n. e.), Peric (15/3), Ward (30/5), Niehüser (9), Gebhardt (n. e.), Kottmann (n. e.), Powell (16)
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Veröffentlichung
am 02.09.2007 um 15:14 Uhr
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